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Der Kondensator 0.
Bezeichnungen und Einheiten
1.
Was ist ein Kondensator? Eine Anordnung aus zwei parallelen Metallplatten mit der
Fläche A und dem Abstand d bezeichnet man als Kondensator. Die Platten des
Kondensators können Ladungen speichern. Kondensatoren werden daher auch in der
Technik in vielen elektronischen Schaltungen eingesetzt. Sie haben dort
unterschiedliche Bauformen. Verbreitet ist z.B. eine Anordnung aus zwei langen
Metallstreifen, die durch eine nicht leitende Folie von einander getrennt sind
und aufgewickelt werden. 2.
Die Flächendichte der Ladung und die elektrische Feldkonstante e0
3.
Die Kapazität C des Plattenkondensators Ersetzt man in der Gleichung e0 = s/E alle Größen durch die leichter messbaren mechanischen und elektrischen Größen A, d, Q und U, erhält man für die Ladungsmenge Q auf den Kondensatorplatten:
Die Ladungsmenge Q ist also proportional zur Spannung U: Q ~ U. Den Quotienten Q/U nennt man Kapazität C des Kondensators. Sie hat die Einheit 1 Farad = 1F = 1 C/V. Man kann die Kapazität leicht aus den Abmessungen des Kondensators berechnen. Die Gleichung für die Kapazität gilt allerdings nur für einen so genannten Luftkondensator, d.h. zwischen den Platten befindet sich nur Luft. Beispiel:
Wie viel Ladung nimmt ein Kondensator mit A = 0,2m² und d = 0,01m bei U = 1000V
auf?
3.1
Dielektrikum Nichtleiter
bezeichnet man auch als Dielektrika. Füllt man den Raum zwischen den Platten
eines Kondensators mit einem Dielektrikum aus, dann bewirkt das elektrische
Feld, dass sich die Atomkerne und die Elektronen des Dielektrikums minimal gegen
einander verschieben. Hierdurch entstehen Polarisationsladungen an der Oberfläche
des Dielektrikums. Weil aber zwischen den Polarisationsladungen starke Rückstellkräfte
wirken, wird verhindert, dass die Polarisationsladungen genau so groß werden
wie die felderzeugenden Ladungen. Dies ist nämlich bei der Influenz der Fall:
weil in einem Metall die Elektronen leicht verschiebbar sind, werden die
Influenzladungen ebenso groß wie die Feldladungen.
Die
Polarisation bewirkt also, dass die Feldstärke im Inneren des Kondensators
sinkt. Da aber die Anzahl der felderzeugenden Ladungen gleich bleibt, muss sich
die Kapazität des Kondensators ändern:
Die
Spannung U wird also kleiner, und damit muss die Kapazität C größer werden.
Umgekehrt kann man auch sagen: bei Gegenwart eines Dielektrikums können bei gleicher
Spannung mehr Ladungen gespeichert werden In
der Formel für die Kapazität des Kondensators geht der Einfluss des
Dielektrikums in die Konstante er
ein. Sie stellt das Verhältnis C/C0 dar (C0: Kapazität
im Vakuum) und heißt Dielektrizitätszahl. Ihr Wert reicht von 1
(Vakuum) über etwa 10 (Glas) bis zu einigen 1000 (Keramik). Damit lassen sich
technische Kondensatoren herstellen, die vergleichsweise große Kapazitäten bei
kleinen Abmessungen haben. 4.
Die Entladekurve eines Kondensators
In
der Stellung „E“ des Schalters wird der Kondensator C entladen, weil ein
Strom durch den Widerstand R fließt. Für die Stromstärke I gilt I = Q / t. Da
aber durch das Entladen auch die Ladespannung UC sinkt, ändert sich
auch I zeitlich. I ist also eine Funktion der Zeit t:
Für
die Entladespannung UR am Widerstand gilt nach dem Ohm´schen Gesetz:
Die
drei vorkommenden Spannungen U0, UC und UR hängen
zusammen nach
Wir
wollen nun eine Gleichung für I(t) entwickeln: Es
gilt zunächst die „Kondensatorgleichung“ Q = C·U, hier also:
Wir
setzen in diesen Ausdruck Gleichung (1) ein und erhalten:
(2) Bei Gleichung (2) handelt es sich um eine Differentialgleichung, d.h. eine Gleichung, in der eine Funktion und ihre Ableitung(en) vorkommen. Lösungen einer Differentialgleichung sind Funktionen. Um
eine solche Gleichung zu lösen, versucht man zunächst, die Gleichung durch
„Randbedingungen“ zu vereinfachen. Solche Randbedingungen sind im
vorliegenden Fall, dass die Zeit t0, zu der die Messung startet, Null
ist und die Ladung Q(t) zum Zeitpunkt t0=0 den Wert Q0
hat. Außerdem ist die äußere Spannung U0=0. Damit wird aus der
Differentialgleichung:
Zur weiteren Lösung müssen wir Gleichung (3) integrieren. Nach den Regeln der Integralrechnung ergibt die linke Seite der Differentialgleichung den natürlichen Logarithmus (ln):
(4)
5.
Die Ladekurve des Kondensators Die Herleitung der Ladekurve verläuft ähnlich wie bei der Entladekurve. Der Unterschied besteht aber darin, dass beim Aufladen die äußere Spannung U0 nicht Null ist. Damit lautet die Ausgangsgleichung
Man leitet diese Gleichung zunächst ab; dabei wird die rechte Seite Null und man erhält eine Differentialgleichung für I (denn Q’(t)=I(t), und Q’’(t)=I’(t)). Ohne jetzt auf alle Details der Lösung einzugehen, erhält man am Schluss:
Die Gleichung entspricht also bis auf das Vorzeichen der Entladekurve. 6.
Die Halbwertzeit TH Die
Zeit, in der die Spannung beim Entladen auf die Hälfte des ursprünglichen
Werts abgesunken ist, bezeichnet man als Halbwertzeit TH. Sie lässt
sich wie folgt berechnen:
7.
Die Energie des geladenen Kondensators Ein geladener Kondensator enthält Ladungen, zwischen den Platten besteht eine Potenzialdifferenz (Spannung) U. Wegen W = Q·U enthält der Kondensator daher auch eine Energie. Dies wird beim Entladen deutlich: ein geladener Kondensator kann z.B. ein angeschlossenes Lämpchen oder eine Leuchtdiode kurzzeitig leuchten lassen, ohne dass er mit einer Spannungsquelle verbunden ist.
Mathematisch
entspricht diese Vorgehensweise wieder der Integration, wenn man das Intervall DQ
gegen Null streben lässt. Dann ergibt sich für die Arbeit:
Dies
entspricht – wie erwartet – dem Flächeninhalt des Dreiecks, das durch die
Gerade U(Q) und der Q-Achse im Diagramm 329.1b gebildet wird. 8.
Schaltung von Kondensatoren 8.1 Parallelschaltung Eine
Parallelschaltung zweier Kondensatoren kann man so verstehen, dass sich die
Plattenflächen A der beiden Kondensatoren addieren. Wegen
Cges = C1 + C2 + C3 + … 8.2 Reihenschaltung
wird die Kapazität bei zwei Kondensatoren kleiner als bei einem Kondensator. Es addieren sich die Kehrwerte der Kapazitäten:
Andererseits
teilt sich die Gesamtspannung auf die Kondensatoren auf, d.h. jeder einzelne
Kondensator liegt an einer geringeren Spannung als der Gesamtspannung. Daher
kann man durch eine Reihenschaltung einen Kondensator mit zwar geringerer
Kapazität, aber größerer Spannungsfestigkeit erzeugen. |