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Lichtquellen und Lichtausbreitung
1.
Lichtquellen
und Lichtausbreitung Einen
Gegenstand, der Licht aussendet, bezeichnet man als Lichtquelle. Man unterscheidet natürliche (z.B. Feuer, Blitz, Nordlicht) und künstliche (z.B. Glühlampe, Laser) Lichtquellen. Eine Lichtquelle, bei der Licht nur von einem einzigen Punkt ausgeht, nennt man Punktlichtquelle. Annähernd kann man auch eine weit entfernte ausgedehnte Lichtquelle (z.B. die Sonne) als Punktlichtquelle betrachten. Licht verlässt die Lichtquelle in Form von Lichtstrahlen. Sie verlassen die Oberfläche einer Lichtquelle immer senkrecht und breiten sich geradlinig aus. Einzelne Lichtstrahlen sind unendlich klein; wenn wir Licht sehen, handelt es sich um so genannte Strahlenbündel. Weil sich die Strahlenbündel aber genauso verhalten wie ein einzelner Lichtstrahl, können wir bei der optischen Konstruktion Lichtstrahlen verwenden. Lichtstrahlen
haben einen Anfang (die Lichtquelle), aber kein Ende. Solange ein Lichtstrahl
nicht auf ein Hindernis trifft, breitet er sich unendlich weit aus. Dies trifft
z.B. für den Weltraum zu; auf der Erde stellt bereits die Luft (mit ihren
Staubteilchen) ein Hindernis dar. Wir
können Licht nur wahrnehmen, wenn es unmittelbar auf unser Auge trifft. Einen
Lichtstrahl (genauer: ein Strahlenbündel) können wir also nur sehen, wenn ein
Teil des Licht an Fremdkörpern (z.B. Staubteilchen) gestreut wird. Befindet sich zwischen einer Lichtquelle und z.B. einem Beobachtungsschirm ein Hindernis, ergibt sich ein Schatten. Nimmt man statt einer Lichtquelle zwei oder mehr Lichtquellen, ergeben sich auch zwei oder mehr Schatten. Dabei können sich die Schattenbereiche überlagern. Der Bereich, der von keiner der Lichtquelle Licht erhält, heißt Kernschatten, die Bereiche, die sich daran anschließen, Halbschatten.
Auch Tag und Nacht, die Mondphasen sowie Sonnen- und Mondfinsternis sind Schattenphänomene. Bei der Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen Sonne und Mond und wirft einen Schatten auf die Mondoberfläche; bei der Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde.
Trifft ein Lichtstrahl auf eine spiegelnde Oberfläche, wird er reflektiert. Dabei gilt für ebene Spiegel das Reflexionsgesetz: Ein
Lichtstrahl, der unter einem Winkel a
zum Einfallslot auf eine ebene Spiegelfläche trifft, wird so reflektiert,
dass der Winkel b,
den der reflektierte Lichtstrahl mit dem Einfallslot bildet, genauso groß ist
wie der Winkel a.
3.1
Reflexion an gewölbten
Spiegeln Treffen
parallel zur optischen Achse verlaufende Lichtstrahlen auf einen nach innen
gewölbten Spiegel (Konkav- oder Hohlspiegel), dann werden sie so reflektiert,
dass sie durch den Brennpunkt des Spiegels verlaufen.
Befindet sich im Brennpunkt eine Punktlichtquelle, dann verlassen die Lichtstrahlen den Hohlspiegel parallel zur optischen Achse (Scheinwerfer).
Anwendung für Wölbspiegel
sind Verkleinerungsspiegel, z.B. an unübersichtlichen Straßeneinmündungen, um
einen größeren Blickwinkel zu haben. Der
Abstand des Brennpunkts zur Spiegelmitte heißt Brennweite. Hohlspiegel
vergrößern, Wölbspiegel verkleinern das Bild. 4.
Brechung
und Totalreflexion Durchläuft ein Lichtstrahl einen durchsichtigen Körper (z.B. Glas), so wird dabei seine Ausbreitungsrichtung verändert. Diesen Vorgang nennt man Brechung. Sie kommt dadurch zu Stande, dass die Lichtgeschwindigkeit in verschiedenen optischen Medien unterschiedlich groß ist (Dispersion). Trifft ein Lichtstrahl auf eine Grenzschicht zwischen einem optisch dünneren und einem optisch dichteren Medium, so wird er in Richtung des Lots gebrochen, d.h. der Brechungswinkel ist kleiner als der Einfallswinkel. Trifft ein Lichtstrahl auf eine Grenzschicht zwischen einem optisch dichteren und einem optisch dünneren Medium, so wird er vom Lot weg gebrochen, d.h. der Brechungswinkel ist größer als der Einfallswinkel. Beim
Materialpaar Luft-Glas ist das Medium Luft dünner als das Medium Glas. Wir
unterscheiden zwei Fälle:
Im
ersten Fall ist der Brechungswinkel immer kleiner als 90°; in zweiten Fall kann
er 90° erreichen. Beim Übergang Glas-Luft tritt dies bei einem Einfallswinkel
von 42° ein. Ist der Einfallswinkel größer als 42°, wird der Lichtstrahl
nicht mehr gebrochen, sondern vollständig an der Grenzfläche der Medien
reflektiert (Totalreflexion).
Ein
Regenbogen entsteht, wenn Sonnenlicht in Regentropfen gebrochen und
totalreflektiert wird.
Das
Auge in Abb. 7 a befindet sich im roten Teil des Spektrums, das vom Tropfen A
herrührt. Gleichzeitig treffen aber Strahlen violetten Lichts vom Tropfen B her
das Auge. In Richtung auf A und B sehen wir also Rot und Violett und dazwischen
alle anderen Farben des Spektrums. Der Tropfen, der das rote Licht in unser Auge
sendet, liegt also höher als der Tropfen, der violettes Licht liefert. Denken
wir uns das ganze Bild um die durch die Sonne und das Auge gehende Gerade CO
gedreht, so wird klar, dass jeder Farbstreifen die Form eines Kreisbogens
annehmen muss, der konzentrisch zu dem inneren violetten Kreisbogen liegt. Der
Mittelpunkt des Regenbogens liegt auf der Geraden CO. ‑ Beim Nebenregenbogen
liegt der violette Bogen außen. Hier werden die Sonnenstrahlen im Inneren
der Wassertropfen zweimal reflektiert (Abb. 7b). Nach oben 5. Linsen und LinsengleichungJe
nach der Wölbung einer Linse unterscheidet man folgende Linsenarten:
bikonvex
plankonvex
bikonkav
plankonkav
konvex-konkav
konkav-konvex
(weil die konvexe
(weil d. konkave
Krümmung
Krümmung
stärker ist)
stärker ist) 5.1
Konvexlinsen: Konvexlinsen
sind Sammellinsen. Lichtstrahlen, die parallel zur optischen Achse auf
die Linse treffen, werden so gebrochen, dass sie anschließend durch den Brennpunkt F der Linse
gehen. Der Abstand des Brennpunktes von der optischen Linsenmitte heißt Brennweite
f der Linse. Die Brennweite einer Linse hängt von der Wölbung (Krümmung)
der Linse ab. Je stärker die Wölbung ist, desto kürzer ist die Brennweite,
weil die Lichtstrahlen stärker gebrochen werden. Eine Bikonvexlinse hat bei
gleicher Krümmung eine kürzere Brennweite als eine Plankonvexlinse. 5.2
Konkavlinsen: 5.3
Die Linsengleichung Mit
Konvexlinsen kann man Abbildungen von Gegenständen, die Licht aussenden oder
reflektieren, auf einem Bildschirm machen. Wenn Gegenstandsweite g, Bildweite b
und Brennweite f der Linse im richtigen Verhältnis zueinander stehen, ergibt
sich ein scharfes Bild auf dem Bildschirm. Das „richtige Verhältnis“ ist
die Linsengleichung:
Die
Bildgröße kann auch dem Abbildungsgesetz bestimmt werden, das auch für Linsen
gilt:
6.1
Zerlegung des weißen Lichts Schickt man ein weißes Lichtbündel durch ein Prisma, wird es in die Regenbogenfarben zerlegt. Diese Farben entsprechen demjenigen Teil des elektromagnetischen Spektrums, das wir als sichtbares Licht wahrnehmen. Da unser Auge dicht beieinander liegende Farben nicht voneinander trennen kann, erscheint uns das Lichtbündel auch kurz hinter dem Prisma noch als weiß. Erst, wenn die Farben genügend weit auseinander liegen, sehen wir sie getrennt. Dieses
Experiment nennt man auch den 1. Newtonschen Versuch zur Optik. Die
reinen Spektralfarben lassen sich durch eine weitere Brechung nicht nochmals
zerlegen. (2. Newtonscher Versuch zur Optik) Das
Lichtspektrum hinter einem Prisma lässt sich mit einer Sammellinse wieder zu
weißem Licht vereinigen. (3. Newtonscher Versuch zur Optik)
6.2
Spektren In
der nebenstehenden Grafik ist das elektromagnetische Spektrum dargestellt. Das für
uns sichtbare Licht stellt nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Gesamtspektrum
dar (etwa von 4·10-7m bis 8·10-7m Wellenlänge).
Beachten Sie, dass die Skalen für die Wellenlänge l
und die Frequenz f logarithmisch geteilt sind, das heißt, von einem Teilstrich
zum nächsten ändert sich die jeweilige Größe um den Faktor 10! Man
unterscheidet drei Arten von Spektren: -
kontinuierliche Spektren (es gibt keine Unterbrechungen im Spektrum;
Beispiel: Glühlampe) -
Absorptionsspektren (ein ansonsten kontinuierliches Spektrum ist an
bestimmten Stellen unterbrochen; Beispiel: Sonnenlicht) -
Emissionsspektren (nur an einzelnen Stellen tritt Strahlung auf;
Beispiel: Natrium-Emissionsspektrum) Die Unterbrechungen im Sonnenlichtspektrum (die so genannten Fraunhoferschen Linien) lassen sich dadurch erklären, dass das Licht in der Sonne und beim Durchtritt durch die Atmosphäre mit Atomen in Wechselwirkung tritt und dabei bei bestimmten Wellenlängen Energie verliert.
6.3
Additive Farbmischung
Aus rotem, grünem und blauem Licht lässt sich durch Überlagerung wieder weißes Licht erzeugen. Die Mischung aus rot und grün ergibt gelb, rot und blau ergibt magenta-rot, blau und grün ergibt cyan. Entfernt
man aus dem weißen Licht die Farbe rot (grün; blau), bleibt als Rest cyan (magenta;
gelb) übrig. Die Farbenpaare rot-cyan, grün-magenta und blau-gelb bezeichnet
man daher als Komplementärfarben. Sie ergeben jeweils zusammen wieder weißes
Licht. Variiert
man bei der additiven Farbmischung noch die Helligkeitsanteile der einzelnen
Farben, lassen sich so alle denkbaren Farbtöne zwischen schwarz und weiß
erzeugen. Die
additive Farbmischung setzt man z.B. beim Farbfernsehen ein. Der Bildschirm
besteht aus dicht nebeneinander liegenden Farbpunkten in den Farben rot/grün/blau. 6.4
Subtraktive
Farbmischung
Schickt man weißes Licht durch ein Filter, das die Farbe grün (rot; blau) herausfiltert, enthält das Restlicht nur noch die Farben rot und blau (grün und blau; grün und rot). Das Filter erscheint bei der Durchsicht also magentafarben (cyanfarben; gelb). Kombiniert man ein Grün- und ein Rotfilter (Grün- und Blaufilter; Rot- und Blaufilter), kann nur die Farbe blau (rot; grün) durch beide Filter hindurch. Die Farben magenta und cyan (magenta und gelb; cyan und gelb) ergeben also zusammen blau (rot; grün). Die
subtraktive Farbmischung kommt z.B. beim Farbdruck und beim Malen zum Einsatz.
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