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Wechselstromkreise Ohmscher,
kapazitiver und induktiver Widerstand
1.
Effektivwerte; ohmscher Widerstand im Wechselstromkreis Betreibt man eine Glühlampe oder einen Toaster, die für eine Wechselspannung von 230V ausgelegt sind, statt dessen mit einer Gleichspannung von 230V, leuchtet die Lampe genauso hell bzw. wird der Toaster genauso heiß wie beim Betrieb mit Wechselspannung. Die Angabe „230V“ bezieht sich bei Wechselspannung nicht auf den Spitzenwert der Spannung, sondern auf den so genannten Effektivwert: Wenn
ein Wechselstrom in einem Stromkreis mit einem ohmschen Widerstand R
die mittlere Leistung
Für
einen sinusförmigen Wechselstrom mit dem Scheitelwert
Den
Nachweis für die Formel für den Scheitelwert
Für
die Wärmeleistung des Widerstands erhält man:
Die
Momentanleistung schwankt periodisch (siehe Abb. links). Für den Mittelwert der
Leistung gilt:
Setzt
man
Bei
ohmschen Widerständen im Wechselstromkreis gelten die gleichen Gesetze wie im
Gleichstromkreis.
Wenn
bei einer Wechselspannung bzw. einem Wechselstrom nur von U und I die Rede ist,
dann sind in der Regel die Effektivwerte gemeint. Zum
Effektivwert 230V der in Europa üblichen Netzwechselspannung gehört demnach
eine Spitzenspannung von 325V.
2.
Kapazitiver Widerstand im Wechselstromkreis Versuch:
Ein Kondensator (C=100mF)
wird in Reihe mit einem Glühlämpchen geschaltet und mit einer
Wechselspannungsquelle verbunden. Im Gegensatz zu einer Gleichspannungsquelle
leuchtet das Lämpchen. Erklärung:
Scheinbar leitet der Kondensator Wechselstrom. Tatsächlich wird er jedoch
dauernd umgeladen. Da bei jeder Ladungsänderung ein Strom fließt, leuchtet die
Lampe. Die Stromstärke im Stromkreis hängt ab von der Frequenz der
Wechselspannung und von der Kapazität des Kondensators (jeweils proportional).
Als
kapazitiven Widerstand XC bezeichnet man im Wechselstromkreis mit
einer Kapazität C das Verhältnis aus den Scheitelwerten von Spannung und
Stromstärke. Die
Bezeichnung „kapazitiver Widerstand“ erfolgt
entsprechend der Definition R = U/I im Gleichstromkreis. Zur besseren
Unterscheidung vom frequenzunabhängigen ohmschen Widerstand R verwendet man oft
ein „X“ als Formelzeichen. Für
die Leistung gilt weiterhin P = U·I, jedoch nicht P = XCI²,
weil Strom und Spannung gegeneinander phasenverschoben sind. 3.
Induktiver Widerstand im Wechselstromkreis Versuch:
Eine Spule wird in Reihe mit einem Glühlämpchen geschaltet und mit einer
Wechselspannungsquelle verbunden. Das Lämpchen leuchtet umso schwächer, je größer
die Induktivität und die Frequenz ist. Erklärung:
Durch Selbstinduktion wird in der Spule eine Gegenspannung erzeugt. Diese
Gegenspannung ist proportional zur Induktivität und zur Änderungsgeschwindigkeit
des Stroms.
Die
Stromstärke eilt der Spannung eine Viertelperiode hinterher. Bei maximaler
Spannung ist auch die Selbstinduktionsspannung maximal; somit ist hier die
Stromstärke minimal. Als
induktiven Widerstand XL bezeichnet man im Wechselstromkreis mit
einer Induktivität L das Verhältnis aus den Scheitelwerten von Spannung und
Stromstärke. Für
die Leistung gilt auch hier weiterhin P = U·I, jedoch nicht P = XLI²,
weil Strom und Spannung gegeneinander phasenverschoben sind. |